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Geschichte

Von der Gründung bis zur Neuzeit

Lychen entdecken

im Laufe der Zeit

Erfahren Sie mehr über die Entstehung und Entwicklung von Lychen.

Der Ursprung

Kupferstich, Stadt Lychen

 

Die Geschichte der Stadt Lychen reicht weit zurück. 1248 wurde Lychen erstmals urkundlich erwähnt – ein Meilenstein, der den Beginn der städtischen Entwicklung markiert. In diesem Jahr gründete Markgraf Johann I. die Stadt, die bald darauf eine Stadtmauer mit drei Toren erhielt und sich zu einem wichtigen regionalen Zentrum entwickelte.

 

Bereits früh war Lychen umkämpft: 1302 fiel die Stadt im Krieg an Mecklenburg, bevor sie rund 150 Jahre später vom brandenburgischen Markgrafen zurückerobert wurde. Diese wechselvolle Zeit prägte die Stadt und ihre Bewohner nachhaltig.

Mit dem Dreißigjährigen Krieg begann eine der schwersten Epochen der Stadtgeschichte. Kriegseinwirkungen und zwei große Stadtbrände zerstörten Lychen nahezu vollständig und leiteten einen tiefgreifenden Neuanfang ein.

 

Lychen ist damit ein Ort, an dem sich Mittelalter, Machtkämpfe und Wiederaufbau auf eindrucksvolle Weise widerspiegeln – eine Stadt, deren Wurzeln bis tief ins 13. Jahrhundert reichen.

19. Jahrhundert

Stadt Lychen, Postkarte mit Vers

Mit dem Bau der Bahnstrecke Fürstenberg–Templin (1899) begann für Lychen eine Phase spürbarer Entwicklung. Kurz darauf folgten weitere Meilensteine: 1901 die erste Telefonverbindung, 1903 die erste Lychener Zeitung und bis 1910 der Bau von Post, Apotheke, Bahnhof und Kapelle.

 

Einen besonderen Schub brachte die Gründung der Heilstätten (1903). Lychen entwickelte sich zum Luftkurort, beherbergte bis zu 1000 Patienten und bot 380 Lychenern Arbeit. 1930 verzeichnete die Stadt die höchste Zahl an Übernachtungen in der Provinz Brandenburg.

 

Dunkle Kapitel gehören ebenfalls zur Geschichte: In der Reichskristallnacht wurde der jüdische Friedhof zerstört. Von 1968 bis 1990 befand sich in der Nähe das Sonderwaffenlager Himmelpfort (Lychen II).

 

Nach der Wende folgten wichtige strukturelle Veränderungen: 1992 entstand durch Zusammenschluss mehrerer Ortsteile ein neues Amt, 1996 erhielt Lychen den Titel staatlich anerkannter Erholungsort, 2001 wurde das Amt wieder aufgelöst.

Ein besonderer Moment der jüngeren Geschichte: 2008 wurde Lychen offiziell zur Flößerstadt ernannt – eine Würdigung seiner jahrhundertealten Tradition.

Heilstätten Hohenlychen

Heilstätten Hohenlychen
Heilstätten Lychen

Die Heilstätten Hohenlychen wurden 1903 von Prof. Dr. Gotthold Pannwitz gegründet

Ursprünglich dienten sie der Behandlung tuberkulosekranker Kinder und entwickelten sich rasch zu einer bedeutenden medizinischen Einrichtung.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs änderte sich die Nutzung grundlegend: Unter Dr. Karl Gebhardt wurden die Heilstätten zu einer orthopädischen Klinik und später zum Krankenhaus der Waffen-SS. Ein besonders dunkles Kapitel sind die Menschenversuche an Frauen des KZ Ravensbrück (1944).

Nach 1945 nutzte die Sowjetarmee das Gelände jahrzehntelang als Krankenhaus und Lazarett. Erst 1993 verließen die sowjetischen Truppen Hohenlychen.

Seit 2008 wird das historische Areal durch einen privaten Investor revitalisiert: Gebäude werden gesichert, restauriert und neuen Nutzungen zugeführt. Bis 2026 hat sich Hohenlychen zu einem Ort des Wandels entwickelt – ein Ensemble, das Geschichte bewahrt und neue Perspektiven eröffnet.

Auf den Spuren der Flößer

Lychen trägt seit 2008 offiziell den Titel Flößerstadt – eine Auszeichnung, die auf eine jahrhundertealte Tradition verweist. Über Generationen nutzten die Waldbesitzer die zahlreichen Seen und Wasserwege, um Holz aus den umliegenden Wäldern zu den Sägewerken und weiter in die großen Städte zu transportieren.

 

Die Flößer banden die Stämme zu bis zu 200 Meter langen Floßverbänden zusammen, die von Lychen aus bis nach Berlin und Hamburg gelangten. Das letzte Floß verließ 1968 die Stadt – das Ende einer Epoche, die Lychen über Jahrhunderte geprägt hat.

 

Heute wird diese Tradition wieder lebendig gehalten. Der Verein „Lychener Flößer“ bewahrt das alte Handwerk und macht es für Gäste erlebbar. Daraus entstanden das Flößereimuseum und das beliebte Flößerfest, das jedes Jahr am ersten Augustwochenende Besucher anzieht. Dort kann man beim Floßbau zusehen, Flößerkorn probieren und frisch geräucherten Fisch genießen.

 

Auch auf dem Wasser lebt die Geschichte weiter: Bei einer Floßfahrt über die Lychener Seen erzählen Flößer von ihrem Handwerk – oder man genießt einfach die Ruhe der Natur. Die touristische Nutzung der Flöße ist heute ein fester Bestandteil des Angebots und spiegelt sich sogar im Stadtbild wider:

 

„Flößerstadt Lychen – Wir stehen auf Wasser“ 

lautet der Slogan, der die enge Verbindung zwischen Stadt und Tradition auf den Punkt bringt.

Flößereimuseum
Flößereimuseum

Flößereimuseum – Tradition zum Anfassen

Im Flößereimuseum Lychen tauchen Besucher in die faszinierende Welt der märkischen Flößer ein. 

Hier wird erlebbar, wie hart und anspruchsvoll dieses traditionelle Handwerk einst war.


Wer durch die Ausstellung geht, erfährt hautnah, welche Länge die Staken haben mussten, wie hoch die Stiefel der Flößer reichten und wie schwer ihr Werkzeug tatsächlich war.


Ein besonderes Highlight ist das große Landschaftsmodell, das die Seenlandschaft rund um Lychen mit ihren Wäldern zeigt – genau jene Wasserwege, auf denen die Flößer ihre gewaltigen Holztransporte bis nach Berlin und Hamburg manövrierten.


Neben spannenden Einblicken in die Geschichte bietet das Museum auch regionale Produkte, die den Besuch abrunden und ein Stück Lychener Tradition mit nach Hause bringen.

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