Lychen entdecken

 

Die 1248 gegründete Stadt Lychen hat eine bewegte Geschichte, die dazu einlädt, sich auf ihre Spuren zu begeben. Es ist eine Geschichte, die auch über die uckermärkischen Grenzen hinaus ausstrahlt.

 

Die Eiszeit formte diese Landschaft, legte hier Feldsteine ab, schuf  die Seen und bereitete den sandigen Boden, der sich so gar nicht zur Landwirtschaft eigenen sollte. Ländereien wurden bitter umkämpft,  zwischen großen Wäldern und Wasser entwickelte sich die Flößerei, hier wurde die weltberühmte 'Pinne' erfunden.

 

Mit den Heilstätten Hohenlychen entwickelte sich das Städtchen zum beliebten Kur- und Urlaubsort. Die Heilstätten, in denen auch ein trauriges Kapitel geschrieben wurde und auf deren Gelände gerade ein zaghafter Neubeginn stattfindet. Wie dort, so werden in Lychen heute auch an vielen anderen Stellen neue Geschichten geschrieben. Begeben Sie sich auf eine Entedeckungsreise, es lohnt sich.

 

In der Lychen-Information finden Sie auch eine Auswahl an Publikationen zur Geschichte des Ortes. Und unsere Stadtführer stehen für Sie bereit.

Geschichte

Alte Urkunden verraten es: Markgraf Johann I. gründete die Stadt Lychen  am 12. Januar 1248. Da das Lychener Land in der Grenzregion zwischen Mecklenburg  und Brandenburg lag, wurde es immer wieder umkämpft – erst ab 1448 gehörte es endgültig zu Brandenburg.

 

Aus dem 13. und 14. Jahrhundert stammen Stadtmauer und die Feldsteinkiche, die eine der größten der Uckermark ist. Teile der Mauer sind noch erhalten, die einstigen Stadttore gibt es nicht mehr. Das letzte – das Stargarder Tor -  wurde 1976 abgerissen.

 

Kriege, Hunger, Pest und Brände machten vor der kleinen Stadt nicht halt – 1644 zum Beispiel waren von 224 Häusern nur noch 17 bewohnt – es lebten gerade mal 29 Menschen in der Stadt. Lychen entstand nach den Schicksalsschlägen jedoch immer wieder aufs Neue.

 

Eine neue Zeit für Lychen brach 1891 an, als die Chaussee nach Templin gebaut wurde. Und mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Fürstenberg -Templin 1899 stand der Entwicklung  Lychens zu einem Erholungsort nichts mehr entgegen. 1903 gründete der Arzt Gotthold Theodor Pannwitz die Heilstätten des Deutschen Roten Kreuzes in Hohenlychen, in denen vor allem tuberkulosekranke Kinder und Jugendliche betreut wurden. Der Ausbau der Heilstätten und Lychens touristische Entwicklung gingen Hand in Hand. Eine Art Massentourismus entstand in dieser Zeit – so wurden zum Beispiel zu Pfingsten 1910 an Lychens Bahnhöfen 48.748 Reisende abgefertigt. 1911 besuchte auch die Kaiserin Auguste Victoria Hohenlychen.

 

Dann folgte das dunkelste Kapitel in der Lychener Geschichte. In der NS-Zeit entwickelte der Chirurg Professor Karl Gebhardt, Leibarzt Heinrich Himmelers, das Krankenhaus zum Reichsportsanatorium und später zum SS-Lazarett. Er nahm hier medizinische Versuche an Frauen aus dem KZ Ravensbrück vor. Er wurde in den Nürnberger Prozessen zum Tode verurteilt und hingerichtet.  Das Heilstättengelände wurde nach 1945 von der sowjetischen Armee unter anderem als Lazarett genutzt. Nach deren Abzug 1993 stand das große Gelände am Ufer des Zenssees lange leer, die Gebäude verfielen. Mittlerweile wurden durch das Land die im Boden befindlichen Schadstoffe beseitigt. Ein privater Investor errichtet auf einem Teil des geschichtsträchtigen Heilstättengeländes Wohnungen und Ferienappartements.

 

Nach dem Krieg entwickelte sich die Stadt bald wieder zu einem beliebten Naherholungsort für die Berliner und zu einem Ort für Ferien mit der ganzen Familie am Wasser. Es entstanden nach und nach Ferienobjekte und -heime, die inzwischen ihre Nutzung teilweise wieder verloren haben.

 

Unter dem Motto "Flößerstadt Lychen - Wir stehen auf Wasser" entwickelt sich heute ein touristisches Angebot, das auf einen entspannten Urlaub in der Natur setzt und damit den staatlichen Erholungsort Lychen ganzjährig zu einem lohnenden Reise- und Ausflugsziel macht. 

 

Mehr zur Geschichte von Lychen finden Sie hier.

Flößerei in Lychen

Lychen trägt seit 2008 offiziell den Titel Flößerstadt. Er verweist auf die jahrhundertealte Tradition dieser Art des Holztransports. Die Waldbesitzer nutzten den Wasserweg, um das Holz aus den Wäldern in die umliegenden Sägewerke zu transportieren. Der Weg der Holzstämme, die bis zu 200 Meter langen Floßverbänden aneinander gekoppelt wurden, führte dabei von Lychen bis nach Berlin und Hamburg. Das letzte Floß verließ Lychen im Jahr 1968.

 

Diese alte Tradition des Flößerhandwerks wird in Lychen gelebt und erlebbar gemacht. Der Verein "Lychener Flößer" will die Erinnerungen an das alte Handwerk mit anderen Interessierten teilen und aufleben lassen. Daraus entstanden sind das Flößereimuseum und das alljährliche Flößerfest, das jährlich am ersten Augustwochenende viele Menschen nach Lychen lockt. Dort gibt es die  Gelegenheit, beim Bau eines Floßes zuzusehen und dabei Flößerkorn und frisch geräucherten Fisch zu genießen. Bei einer Floßfahrt auf unseren Seen kann man den Erzählungen der Flößer lauschen oder sich einfach seinen Gedanken hingeben. Die touristische Nutzung von Flößen gehört heute fest zum touristischen Angebot und hat die Lychener auch zu ihrem Logo und dem Slogan: "Flößerstadt Lychen - Wir stehen auf Wasser" inspiriert.

 

Interessantes zur Flößereigeschichte und dem  traditionellen Handwerk kann man im Flößereimuseum erleben. Dabei erfährt man auch, welch harte Arbeit die Flößerei war. Nach einem Besuch im Museum wissen Sie, welche Länge die Stangen zum Staken haben müssen, wie hoch die Stiefel der Flößermänner sitzen und wie schwer das dazugehörige Werkzeug ist. Das Museum zeigt zudem ein Modell der Region um Lychen mit den Seen und angrenzenden Wäldern. Außerdem werden im Flößereimuseum regionale Produkte angeboten. 

Kontakt

Flößereimuseum Lychen

Betreiber Lychener Flößer e.V.
Clara-Zetkin-Straße 1
17279 Lychen,

Tel: 039888 499973, www.floesserverein-lychen.de